Vom Herzen her ins Neue Sein

Interview mit Jutta Belle

Am Anfang einer neuen Zeit

Jutta Belle spricht über die dem Menschen tief innewohnenden Kräfte, die jetzt für die Neue Zeit, das Neue Sein gebraucht werden.

Das Gespräch führt Dagmar Neubronner

Jutta, Deine Arbeit besteht ja darin, dass du den Menschen hilfst,in ihre Liebe zu sich selbst zu kommen. Ist das richtig?

Jutta Belle: Ja, das ist so, denn die Selbstliebe ist der wichtigste Faktor in jedem Selbstausdruck eines jeden Einzelnen, und darum gehören zu einer Heilung des eigenen Selbstes auch die Selbstliebe dazu, sowie die Anerkennung und der Respekt vor dem eigenen Selbstausdruck.

In unserer Kultur ist es ja eigentlich so, dass wir die ganze Zeit sehr stark angehalten werden, unseren Nächsten zu lieben und man denkt immer, das ist doch eigentlich das Wichtigere. Selbstliebe ist sogar eher ein Schimpfwort. Wie würdest du das sehen?

Ja, das ist uns so aufoktroyiert worden in diesen vielen Jahrhunderten und Jahrzehnten, dass wir immer abgelenkt von uns selbst das nächstenliebende Werk vollenden müssen und dass wir immer für diejenigen was tun müssen, die uns nahestehen. Das können wir auch tun, aber nur, wenn wir selbst in der eigenen Anerkennung unseres eigenen Selbstes auch wirklich die Verantwortung übernehmen, Und erst dann, wenn wir für uns selbst sorgen, erhalten wir die Kraft, um uns auch um den Nächsten sorgen zu können. Heilung können wir auch nur dem Nächsten bringen, wenn bei uns alles im Gleichgewicht ist. Nur dann, wenn wir diesen Ausgleich für uns selbst geschaffen haben, ist auch im Geben und Nehmen eine Balance enthalten.

Würde das dann bedeuten, dass Aufopferung, wenn wir also unsere eigenen Bedürfnisse zurückstellen für die anderen und versuchen, den anderen mehr zu geben, als wir selber erhalten, dass das also gar nicht funktionieren kann ?

Das kann nicht funktionieren. Du kannst dem Nächsten immer nur das geben, was du selbst besitzt, denn wenn du auf's Materielle beziehend, nichts hast, dann kannst du dem andern auch nichts geben. Genauso ist es mit der Liebe zu sich selbst. Ich kann dem anderen keine Liebe geben, wenn ich sie selbst für mich nicht habe. Habe ich keine Liebe zu mir selbst, fehlt mir auch der Respekt und die Anerkennung meines Selbstausdrucks, und das heißt, dass ich Beides auch für den anderen nicht habe. Und man kann dies auch nicht dadurch ersetzen, dass jemand Titel, Rang oder enorme Geldverhältnisse vorweist und deswegen von dir Respekt und Unterwerfung verlangt. Das geht nicht. Es ist nur eine ausgleichende Kraft tätig, wenn ich in der Selbstliebe bin und in dem Verhalten demjenigen den Respekt und die Anerkennung geben kann, die ich auch für mich habe. Nur dann kann ich das, was ich bin auch manifestieren und das, was der andere braucht, kann er dann erst bekommen, weil ich es bereits besitze.
Das heißt, Aufopferung und 'Geben ist seliger denn Nehmen' ist also aus deiner Sicht nicht richtig?
So ist es. Alles muss in Balance sein. "Liebe deinen Nächsten wie dich selbst" heißt es. Wenn es eine einseitige Schiene ist, die wir befahren, ist alles verloren. Die Kraft ist verloren, und es ist vergeudete Liebesmühe, denn es ist kein Zurückfließen möglich.
Jetzt leben wir in einer Zeit, wo sehr viele Missstände deutlich und uns bewusst werden, weil insgesamt unser Bewusstsein sich erweitert, und dann fühlt man sich ja eigentlich als teilnehmender Mensch die ganze Zeit aufgerufen, im Äußeren etwas zu tun. Dem scheint jetzt dieser Weg, den Du für so wichtig erachtest, dass man mit der Selbstliebe anfängt, entgegenzustehen. Wie würdest du das gewichten, und wie läuft das in deinen Seminaren?
Es ist besonders wichtig , dass jeder von sich selbst erfährt, wer er ist, wie er ist und welche Reaktionen er im täglichen Sein hat. Denn wir sind so manipuliert worden , dass wir uns in der Minderwertigkeit bewegen, in der minderwertigen Selbstausdrucksweise, denn der ›ewige Sünder‹ oder der ›geborene Sünder‹ hat dieses in uns angelegt, oder ist in uns angelegt worden. Und aus diesem Grunde muss als Erstes unser System gereinigt werden, damit die selbstfließende Kraft der Liebe und diese selbstheilende Kraft, die uns in Balance bringt, auch zum Ausdruck kommen kann. Es ist das Wichtigste für ein Neues Sein, dass diese aufoktroyierten manipulierten Denkarten und Denkweisen aus unserem System herausgeschält werden.
Was meinst du, wenn du sagst ›es aus den Systemen herausschälen, sind damit die Gefühle gemeint?
Nein. Das ist es nicht. Es geht darum, dass ich Verhaltensmuster habe, die ich mir angewöhnt habe oder die mir durch die Erziehung, durch meine Eltern oder mein Umfeld beigebracht worden sind, dass ich die erst mal richtig beleuchte und prüfe: Gehört das zu mir? Ist es ein Teil von mir, oder sind es Verhaltensweisen, die ich einfach als Muster aufgeprägt bekommen habe, mit denen ich mich noch nicht mal wirklich wohl fühle. Auch die Denkweisen meiner Mutter, meiner Oma, meines Großvaters oder von Herrn Meier sind nicht unbedingt meine. Es ist wichtig herauszufinden: Was habe ich in der Vergangenheit übernommen, oder vielleicht aus einer früheren Inkarnation; was gehört nicht zu mir. Was ist tatsächlich jetzt meine eigene Art zu denken und zu handeln, und wie wird sie sich auswirken in meinem Lebensalltag, das ist wichtig. Und da muss ich Klarheit haben, denn nur dann, wenn ich wirklich weiß, was zu mir gehört, kann ich auch entscheiden, das zu leben und auszudrücken.
Wenn ich dann also erkannt habe, was ich bin und was ich gar nicht bin, dann muss das, was ich eigentlich nicht bin, aus dem System entfernt werden?
Ja, das ist genauso.
 
Und was ist jetzt deine Rolle dabei? Wie hilfst du deinen Seminarteilnehmern, das zu tun?
 
Ich mache darauf aufmerksam; und in den Seminaren erhalten die Teilnehmer die Information, die sie benötigen, um sich im Lebensalltag beobachten zu können. Dann können sie im Lebensalltag das in ihrem System Verhaftende auch hinaus schälen, damit sie wirklich zu sich selbst kommen. Diese Information erhalten sie immer in den Kursen und in den Weiterbildungen. Diejenigen, die sich in der Krise mit sich selbst befinden, erhalten so eine Neuausrichtung und zwar so, dass sie ihre Lebensrhythmen und ihren Selbstausdruck in die Balance mit der Neuen Zeit bringen.
 
Was für Leute kommen in deine Seminare?
 
Ja, die, die sich aufgerufen fühlen und die hier einen neuen Zeitgeist prägen möchten, damit eine neue Energie, eine Liebesenergie, eine lichte Energie die Erde neu ausrichtet und neu formt.
Du hast im Zusammenhang über diese Arbeit auch ein Buch geschrieben, »ICH BIN DER WEG«. Was ist die Kraft, die in diesem Buch steckt, worum geht es da?
Es ist eine Herzensqualität, es ist eine Sprache von Herz zu Herz, die nicht vom Intellekt gefärbt ist. Wenn man das Buch liest, dann sagt man ›Ach, das ist ja ganz einfach, das kenn ich ja‹. Das stimmt, aber ich kenne es nur, weil es in dieser Herzqualität, der Herzenssprache geschrieben ist, und deswegen ist es für denjenigen, der es liest, fast wie selbstverständlich. Erst, wenn ich mich mehr und mehr damit auseinandersetze, werde ich in demselben Abschnitt immer mehr Aussagen für mich herausfinden. Es sind dieselben Worte, es ist dieselbe Sprache. Aber die Informationen, die zunächst die Zellen des Herzens wecken, gehen dann mehr und mehr auf, und die Knospen, die zuerst gesetzt worden sind, werden Blüten treiben. Diese Informationen, brauchen wir im Bewusstsein des heutigen Seins, um wirklich etwas Neues, etwas Stabiles kreieren zu können.
Das heißt, dieses Buch wirkt für denjenigen, der sich wirklich darauf einlässt, eher auf der energetischen Ebene und nicht so sehr auf der Informationsebene?
Es ist beides. Aber die Hauptsache ist, dass die Sprache der Herzensfrequenz hierin enthalten ist und dass eine Kommunikation von Herz zu Herz stattfindet.
In diesem Buch sind ja auch viele Affirmationen enthalten, und insgesamt arbeitest du ja viel mit Affirmationen.
Sämtliche Muster, die uns aufoktroyiert worden sind, kommen ja aus der Werbung oder den sonstigen Manipulationen heraus, und dem setzen wir etwas Neues entgegen, das uns die Qualität gibt, das heilend ist, das unser System reinigt und uns neu ausrichtet. Und dazu sind die in meinem Buch enthaltenen Affirmationen gedacht. Wenn ich mich heilen will, wenn ich mich verändern will, wenn ich einen neuen Zeitgeist in mir kreieren will, dann brauche ich Richtlinien, und hier an diesen Affirmationen* kann ich reifen und dann Veränderungen herbeiführen.
Wie stehst du zur Besonderheit des Jahres 2012. Glaubst du, dass es große Veränderung bringen wird oder schon bringt, und was ist mit diesem ominösen 21.12.2012?
Ich bin der Meinung, dass einfach ein neuer Zeitgeist sich mehr und mehr breitmacht und dass es Überraschungen geben wird. Auch die Vervollkommnung der Prozesse, die ein Neues Sein einleiten, wird sehr gute, sehr harmonische Tendenzen setzen.
Also nicht das Ende der Welt, sondern der Anfang einer neuen Zeit?
Ja, die ersten Schritte in eine neue Zeit und in einen neuen Zeitgeist und in ein besseres Leben in Harmonie und Ausgleich.
Das heißt, du glaubst nicht an einen ruckartigen Übergang, bei dem auf einmal alles anders ist, sondern es ist nur so wie Sommeranfang?
Ja, so hineingleitend, hineinströmend.
Jutta, danke für dieses Gespräch.

*Affirmation

ICH BIN das Liebevollste in meinem Sein und nur ich kann mich erfüllen